Russische Schriftsteller

Die russischen Schriftsteller Trediakowski, Lomonosov und Sumarokov beschreibt man heute als Begründer des russischen Klassizismus, was zuvor keineswegs eindeutig war, da die westeuropäischen Theoretiker festlegten, dass die russische Literatur nicht den Normen des Klassizismus entsprach, da sie noch zu starke

Petrinische Tendenz beinhaltete. Infolgedessen versiegten diese Namen wieder und wurden tot- geschwiegen. Aber unter Trediakovskij, Lomonosov und Sumarokov brach ein unerbittlicher Priorhitässtreit aus, dann jeder von ihnen wollte als „Vater der russischen Dichtung“ in das Gedächtnis der Nachwelt eingehen.

Die geistesgeschichtliche Grundlage des russischen Klassizismus ist der Rationalismus einer dogmatische verengten Frühaufklärung. Die literarischen Regeln waren von den westeuropäischer Autoritäten festgelegt worden und wurden in Russland als Gesetze, die im zeitlosen Wesen der Sache galten. Unter Klassizismus verstand man nun in Russland eine besondere Regelpoetik, eine natürliche Einfachheit, Klarheit, Reinheit, Einheitlichkeit, Schicklichkeit und die harmonische Entsprechung von Sprache und Thema. Auch wenn nicht alle Autoren nach diesen Regeln verfuhren, so war doch das Prinzip der Gattung und Respektierung der Gattungsgrenze maßgeblich. Auch in Russland, sowie in Deutschland, hatte das Gattungsgefüge ihre Hierarchie. Die hohen Gattungen handelten von Gott oder von Herrschern und Heroen, die mittleren Gattungen handelten ähnlich den Hohen mit dem Unterschied, dass es handelte sich  nicht um die Dinge die in der Öffentlichkeit standen, sondern hauptsächlich um privaten Dinge, vor allem um die Liebe. In der niederen Gattung kamen die Belange des Alltags und der breiten Bevölkerungsschicht zur Sprache. Innerhalb dieser wohl gegliederten Ordnung entfaltete sich ein bemerkenswerter Reichtum an unterschiedlicher Gattungen und bunten Fülle von Formen, Themen und Funktionen. Ein wichtiges Ereignis in der Entwicklung des russischen Klassizismus war die Gründung des Petersburger Kadettenkorps. Man vermittelte hier den jungen Schülern nicht nur Russisch, sondern auch Deutsch und Französisch. Somit war die europäische Literatur nicht mehr die Literatur der Wenigen in Russland. Die russische Literatur begriff sich im Aufschwung, trotz der immer noch schlechten Publikationsmöglichkeiten in Russland. Das Bewusstsein der Leser veränderte sich, nun standen die Autoren in der neuzeitlichen Bedeutung der Literatur - als Autor verbunden mit dessen Name für ein bestimmtes Œuvre² und ein bestimmtes literarisches Profil stand. Die zweite Generation der russischen Klassizisten richteten sich ganz nach Trediakovskij, Lomonosov und Sumarokov, die ihre Streitigkeiten noch nicht besänftigen konnten und sich gegenseitig weiterhin denunzierten. Die jungen Schüler mussten sich für einen der Mentoren entscheiden und somit ebenso für ein ganz spezifisches Œuvre, dass Sie dann verfolgen mussten.

 
q4matics

Hauptmenü

  • Startseite
  • Russiche Literatur
  • Russische Schriftsteller
    • Michail Lomonossow
    • Aleksandr Sumarokov
    • Wassili Trediakowski
  • Deutsche Literatur
  • Impressum