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Michail Kirillowitsch Lomonossow (Lomonosov) (1711 – 1765)Michail Lomonossow stammte nicht aus dem Adel, sondern sein Vater war ein wohlhabender Bauer aus dem russischen Norden. Nach seinem Studium an der Geistlichen Akademie in Moskau gelang es ihm über ein Studium der Naturwissenschaften nach Deutschland zu kommen, zuerst auf die Universität Marburg, wo er bei dem Philosophen Christan Wolff studierte. Nach seiner Rückkehr unterrichtete Lomonossow an der Petersburger Akademie. Lomonossows Lebenswerk ist außerordentlich vielseitig. Aus seiner Feder entsprangen Werke zur Grammatik, zur Rhetorik und zur russischen Geschichte. Aber letztlich verschrieb er sich den Oden. Die panegyrische³ Ode stand im Dienste des Zarenkults, ihr Inhalt fügte sich dem Gebot politischer und zeremonieller Opportunität, die bis ins 20. Jahrhundert in Stoff und Form übernommen wurde. Während seines Studienaufenthaltes in Deutschland hatte er Trediakovskijs Leitfaden gelesen. In seinem Brief über die Regeln der russischen Verskunst, formulierte er eine Gegenposition und legte ein Gedicht zur Veranschaulichung hinzu. Im Gegenzug zu Trediakovskij hatte Lomonossow keinerlei Bedenken einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen, das deutsche System mit seiner regelmäßigen Folge von Wortakzenten und dem alternierenden Reimen zu übernehmen und in seinen Gedichten anzuwenden. Der Erfolg bei den Lesern und den jüngeren Dichtern gab ihm Recht. |