Wassili Kirillowitsch Trediakowski (Trediakowski) (1703-1769)


Wassili trediakowski war ein höchst eigenwilliger und zugleich streitbarer Mann, er war Sohn eines orthodoxen Priesters und studierte an der geistlichen Akademie zu Moskau. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Westeuropa, in Den Haag, Paris und Hamburg veröffentlichte Trediakowski im Jahre 1735 seinen Leitfaden zur Fertigung russischer Verse. In seinem Traktat machte er den Vorschlag, nicht nur die Zeilenlänge metrisch zu regulieren, sondern auch die Position der Wortakzente zu ändern, um zu einer idealen rhythmischen Monotonie zu gelangen. Mit dieser Reform folgte Trediakowski dem Vorbild des deutschen Verses. Aber er war nicht bereit vorbehaltlos alles zu übernehmen, denn er war der Auffassung das die Zukunft der russischen Dichtung, die Synthese von Neuem und Alten sei.
An diesem Punkt konnte der junge Michail Lomonosov ansetzen. In seinem Brief über die Regeln der russischen Verskunst, formulierte er eine Gegenposition und legte ein Gedicht zur Veranschaulichung hinzu. Im Gegenzug zu Trediakowski hatte Lomonosov keinerlei Bedenken einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen, das deutsche System mit seiner regelmäßigen Folge von Wortakzenten und dem alternierenden Reimen zu übernehmen und in seinen Gedichten anzuwenden. Der Erfolg bei den Lesern und den jüngeren Dichtern gab ihm Recht. Schließlich sah sich Trediakowski selber genötigt, die Neuerung zu übernehmen und seine eigenen Gedichte entsprechend zu überarbeiten. Trediakowski versank nach dieser öffentlichen Denunzierung in die russische Anonymität. Während dessen versuchte sich Lomonosov an einem heroischen Epos, das ihm später nicht gelang und über Fragmente nicht herausgekam.

Und so erschien Trediakowski mit einem seiner bedeutendsten Werke, Telemachie (1766). Im Gegensatz zu Lomonosov, wählte Trediakowski für sein Epos nicht den sechsfüßigen Jambus, den russischen Alexandriner, sondern den reimlosen daktylotrochäischen Vers. Dieses heroische Epos wurde gefeiert und war einer der wenigen Romane, den die russischen Klassizisten als literarisches Kunstwerk gelten ließen. Von besonderer Bedeutung war die Versform.

 
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